Jahresrückblick 2021

Mein Jahresrückblick 2021

Es ist vollbracht. Mein erster Blogartikel geht online. Der Jahresrückblick 2021 als Start in das Blogabenteuer. Schön, dass Du hergefunden hast und ein bisschen über mich und mein Leben in diesen bewegten Zeiten erfahren möchtest.

Es folgt eine lose Zusammenstellung für mich bedeutsamer Ereignisse dieses Jahres, die natürlich nur ein kleiner Ausschnitt sein kann. Folge mir gerne in Zukunft, um aus diesem ersten Eindruck langsam ein vollständiges Bild werden zu lassen.


Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann. (Leo Tolstoi)

Yeah – endlich Psychologin

Gibt es jemanden, dessen erstes und letztes Semester im Psychologie-Studium länger auseinander liegen als bei mir? Das Vordiplom habe ich seit 20 Jahren – damals zeitgleich mit meinem Diplom in Wirtschaftsingenieurwesen – aber das ist eine andere Geschichte … 

Zu einem Abschluss fehlten mir noch 2 Prüfungen und die Abschlussarbeit – was lag also näher, als die Homeschoolingzeit mit den Kids hierfür zu nutzen? Also habe ich im SoSe 2020 und im WiSe 2021 je eine Prüfung geschrieben und den Lockdown in 2021 für die Bachelorarbeit genutzt. Getreu meinem Motto „Mach aus der Krise die Chance Deines Lebens“ habe ich also seit Juni 2021 nun den Abschluss als BSc in Psychologie und – für mich – das Beste aus der C*Zeit herausgeholt.

Außerdem bin ich seit diesem Jahr zertifizierte Eignungsdiagnostikerin nach DIN 33430. Etwas später als gedacht, weil ich es geschafft habe, die Nacht vor der geplanten Prüfung im Krankenhaus zu verbringen. Zum Glück war es nichts dramatisches, aber ein interessanter Aufenthalt war es allemal. Da die Klinik offiziell von der Notfallversorgung abgemeldet war, war ich die einzige Patientin und es war gespenstisch ruhig überall. Gleichzeitig hingen bereits im August die Triage-Empfehlungen an den Wänden, was mich sehr überrascht hat, denn zu der Zeit war ein Engpass in der medizinischen Versorgung eigentlich kein Thema.

Zurück zu mir. Mich erreichten immer wieder Anfragen vor allem von Erwachsenen, aber auch von Eltern von Kindern und Jugendlichen, ob ich als Beraterin für Hochbegabung nicht auch eine Testung durchführen könne. Seit Herbst gehört nun also auch die Begabungsdiagnostik zu meinem Portfolio – für Erwachsene mit Persönlichkeitsdiagnostik und für Jugendliche erstelle ich ein Begabungsprofil als Ergänzung zur reinen Intelligenzdiagnostik. Warum ich die Begabung jüngerer Kinder nicht teste, bzw. was ich ihnen stattdessen anbieten kann, erzähle ich Euch demnächst in meinem Blog.

Nachdem ich letztes Jahr schon die Ausbildung zur Resilienztrainerin abgeschlossen hatte, kann ich mich seit Sommer nun auch Resilienztrainerin für Kinder nennen. Bisher hatte ich dieses Wissen in die Einzelcoachings einfließen lassen, im Herbst startete nun zum ersten Mal der Kurs Löwenkids – Stark im Stress für Kinder der Klassen 3 und 4. Ich hoffe, dass ich bald bei der Zentralen Prüfstelle für Prävention anerkannt werde, so dass ich diesen tollen Kurs über die Krankenkasse unterstützt anbieten kann!

Besonders freue ich mich auch darüber, erstmals einige Seminare online in den USA belegt zu haben. SENG – Supporting Emotional Needs of the Gifted – ist eine Initiative, die sich mit den besonderen emotionalen Bedürfnissen hochbegabter Kinder und Jugendlicher auseinandersetzt. Ein Thema, dem im deutschen Sprachraum noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Abrunden konnte ich meine „Qualifizierungsoffensive Lockdown 2.0“ mit der Teilnahme an mehreren Online-Kongressen. Besonders gefreut hat mich die Einladung einer Kollegin bereits im Januar zum Kongress Begabungs- und Begabtenförderung der FH Nordwestschweiz, aber auch der Bundeskongress für Schulpsychologie hat mir einige interessante Einblicke ermöglicht.


Raum ist in der kleinsten Hütte. (Friedrich Schiller)

Die Entscheidung für ein externes Büro war 2019 im Prinzip gefallen – zwar wohne ich nicht in einer kleinen Hütte, aber eine räumliche Trennung zwischen Arbeiten und Wohnen erschien mir lange als einzige Möglichkeit. Einige Räumlichkeiten hatte ich mir angeschaut, aber so richtig sprang der Funke nicht über.  

Im Nachhinein war das ein Glück, dazu muss ich denke ich nicht viel sagen. Ich hatte einen feinen Raum mit viel Tageslicht im Keller, ausreichend Platz auch für die ein oder andere körperorientierte Übung und war trotzdem für die Familie gut erreichbar. Optimal war es im Keller jedoch nicht, so dass im Herbst die Entscheidung fiel, mein Büro direkt neben der Haustür im Erdgeschoss für meine Klienten umzubauen.

Aber ganz ehrlich – es ist ganz schön schwierig, aus einem rein funktional eingerichteten Raum einen behaglichen Gesprächsraum zu machen. Wie soll er sein? Mit Tisch? Oder nur mit Sesseln? Das Lerncoaching auch dort oder weiterhin unten? Wo ist der ideale Platz für die Diagnostik?

Viele Fragen habe ich mir gestellt und dann auch Kolleginnen. Auch eine Innenarchitektin fragte ich um Rat. Im Einzelnen vielleicht gut, in der Summe fatal. Die Ratschläge gingen über „Bücher im Regal sind ideal – sortiere sie am besten nach Farben und stelle diejenigen, die zu Deinem Logo passen nach vorn“, „ich mag Deine Ordner, sie passen zu Dir und Deiner Lernlust“, „bloß keine Ordner oder Bücher im Hintergrund, das wirkt zu sachlich“, „ich würde mir erst mal eine neue Brille kaufen – eine runde wäre weicher, das wäre vorteilhaft im Coaching“ (wonach hatte ich nochmal gefragt???), „ich würde nichts ändern, du musst nichts neu kaufen, deine Möbel sind so toll“, „es muss alles raus, das geht ja gar nicht“ … ach ja, ohne Worte würde ich sagen …

So habe ich erst einmal nur einen Zwischenschritt realisiert. Mit einem einzelnen Coachee kann ich mittlerweile gut im Erdgeschoss arbeiten, für die Online-Coachings funktioniert es sowieso wunderbar.

Und ich hatte Zeit, noch einmal in den Raum zu fühlen und zu erspüren, wie er wirklich werden soll. Mittlerweile habe ich eine gute Vorstellung davon, wie er werden soll und auch, wie ich den Raum im Keller als Ergänzung nutzen werde. Das wird eines meiner ersten Projekte im Jahr 2022 werden. Drückt mir die Daumen, dass es gelingt!


Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste. (Susan Sontag)

Meine Liste ist noch lang … aber zumindest hier in der Region bin ich (fast) alle Wanderwege nun einmal gegangen. 

Tatsächlich haben wir von Jahresbeginn an versucht, dem tristen Alltag mit Ausflügen am Wochenende etwas entgegenzusetzen. Vor allem während der Ausgangssperre mussten wir da ganz schön kreativ werden. Doch haben wir andererseits auch wieder gesehen, wie idyllisch wir wohnen und wie vielfältig das Altmühltal ist. Von Burgentouren bei Glatteis (kann ich nicht empfehlen) über die Donauauen bei Hochwasser (auch keine gute Idee) bis zum ersten Baden im März (brrr, aber was soll man machen, wenn die Schwimmbäder geschlossen haben?) waren viele abwechslungsreiche Touren dabei. 

Über Ostern habe ich mich an eine Mehrtagestour gewagt. In 5 Tagen bin ich den Urdonautalsteig von 65,4 km gewandert. Mangels Übernachtungsmöglichkeiten aufgrund des Lockdown musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Also habe ich kurzerhand mein Fahrrad gepackt und bin die Etappen morgens mit dem Rad in entgegengesetzte Richtung gefahren, habe nachmittags dann das Rad wieder eingesammelt, ab nach Hause und am nächsten Morgen alles wieder von vorn. 

An zwei Tagen hatte ich nette Begleiter:innen – was leider anschließend zu einer 14tägigen Quarantäne führte. Doch die Tour hatte auch einen positiven Nebeneffekt. Das erzähle ich später …

Im Sommer konnte ich dann tatsächlich ein Land von meiner Liste streichen – ich wanderte durch Schweden. Ein sehr erholsamer Urlaub und die Landschaft dort wunderschön – zunächst an der Küste und anschließend im Landesinneren. Aber – die Schweden mögen es mir verzeihen – vor allem im Landesinneren erinnerte mich vieles an die Heimat und wenn man es nicht weiß, könnten einige Fotos sowohl aus Schweden als auch aus dem Altmühltal stammen.

Als Scannerin brauche ich die Abwechslung. Wandern als einziger Sport wäre daher nichts für mich. Neben Wakeboarden (ja -mich gibt es auch stehend, aber leider hat da niemand auf die Kamera gedrückt) hatte ich schon im letzten Jahr Jumping Fitness auf den Minitrampolinen für mich entdeckt.

2020 bin ich außerdem meinen ersten Halbmarathon – alleine – gelaufen, also sollte es 2021 der erste auf einem richtigen Laufevent werden. Leider konnte ich die Trainingsform nicht halten … Glücklicherweise konnte ich mir T-Shirt, Urkunde und Medaille trotzdem abholen, denn es waren ja diejenigen, die ursprünglich für 2020 vorgesehen waren 😉


Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund. (Hildegard von Bingen)

Einen Hund kaufen während Corona? (K)eine gute Idee?! 

Meine Tour am Urdonautalsteig war eine tolle Tour – und ich bin auch sehr gerne allein, aber dort war es dann doch zwischendurch ziemlich einsam, so dass der langjährige Wunsch meiner Kinder nach einem Hund mehr und mehr auch zu meinem eigenen Wunsch wurde.

Gefühlt waren wir im Frühsommer dem Ende der Pandemie nahe und der Schul- und Berufsalltag nahm langsam Fahrt auf. Die Zeit, in der alle Familienmitglieder rund um die Uhr zu Hause waren, war vorbei Trotzdem war der „Markt“ für Hunde leer. 

Gleichzeitig gab es gefühlt wöchentlich Horrormeldungen über „Corona-Hunde“ und überfüllte Tierheime. Also war es klar, dass wir uns in den näheren – und gegebenenfalls auch fernen – Tierheimen einmal umschauen. So schlimm scheint es dann doch nicht gewesen zu sein, denn es ging wochenlang niemand ans Telefon und die Tierheime, die wir anschrieben, antworteten entweder nicht oder informierten uns darüber, dass der Hund, der uns auf dem Foto gefiel, wahlweise schon vermittelt oder aber nur ein „Symbolbild“ war. 

Also sollte es doch ein Welpe werden. Lange haben wir überlegt, welche Rasse für uns in Frage kommt. Ein nicht zu kleiner Hund sollte es sein, damit er beim Joggen und Wandern mithalten kann. Nicht zu groß, damit ich ihn auch alleine gut bewegen kann und er auch einmal mit ins Auto passt. Anfängergeeignet, denn wer mich kennt, weiß, dass ich seit meiner Kindheit, als der Hund meiner Tante mich gebissen hat, teils panische Angst vor Hunden hatte.

Unsere Entscheidung fiel auf einen Shetland Sheepdog und nach vielen Telefonaten und teils kuriosen Gesprächen mit Züchtern fanden wir unseren Toki.

Nur eine gute Stunde Fahrt von uns entfernt, so dass wir nicht nur die trächtige Hündin sondern auch die vier Welpen öfter besuchen konnten. Die Auswahlprozedur war dann ein Abenteuer für sich, denn es gab einen Interessenten mehr als Welpen (die beiden kleinsten hatten es leider nicht geschafft) und die Welpen sollten etwa in der 8. Woche selbst entscheiden, zum wem sie wollten. Also ehrlich gesagt, war das für uns ganz schön schwer auszuhalten. 

Um so schöner, als uns dann bei einem Besuch – vorzeitig – ein Welpe zugesagt wurde. Und wisst Ihr was: Die Begründung war, dass wir – und vor allem die Kinder – besonders neugierig waren und viel gefragt haben. Klar, wie bei fast allem anderen, hatten wir uns ausführlich informiert. Über das Für und Wider des Impfens, über Vor- und Nachteile der Rohfütterung, die richtige Leine, die Auswahl einer geeigneten Welpenschule uvm. Nicht jeder in unserem Freundeskreis fand unser Engagement angemessen. Umso schöner, dieses positive Feedback zu bekommen.

So war es nur noch spannend, welcher es wohl werden sollte. Alle waren einfach nur goldig und wir freuten uns über einen aufgeschlossenen, verschmusten Rüden, den wir Anfang Oktober abholen konnten. Seitdem steht unser Leben auf dem Kopf und wir lernen täglich viel – nicht nur über Hundeerziehung, sondern vor allem auch über uns selbst! 

Und getreu dem Motto von Hildegard von Bingen begleitet Toki mich seitdem in meinen Einzelcoachings und war auch schon in einem Gruppentraining mit dabei. Bis er 20 Minuten Achtsamkeitstraining in Ruhe begleiten kann, ist es allerdings noch ein langer Weg … Auch bei Kindern mit Konzentrationsproblemen darf er als hochsensibler Hund vorerst nicht mehr dabei sein, weil er sich von der Aktivität anstecken lässt statt andersherum die Situation zu beruhigen …


Was 2021 sonst noch so los war.

Wir haben es geschafft! Zwei neue Kolleginnen unterstützen ab diesem Jahr das Netzwerk Hochbegabung Ingolstadt mit Tatkraft und Energie. Für mich wird so Zeit frei für andere Projekte, auf die ich mich schon sehr freue. Beim Spieletreff freitags nachmittags könnt Ihr mich aber weiterhin treffen und ich werde es mir sicher nicht nehmen lassen, auch bei dem ein oder anderen Stammtisch noch einmal vorbeizuschauen.

Und ich habe es geschafft! Mein Körper hat sich den diversen Wehwehchen erfolgreich entgegengestellt und sämtliche Kontrolluntersuchungen fallen entweder weg oder die Intervalle werden stark verlängert. 

Mich haben die Autohändler geschafft! Gerade in diesem Jahr musste ein neues Auto her, daran ging kein Weg vorbei. Erstaunlich wirklich, wie schnell die Preise stiegen und das Angebot schrumpfte. Autohändler, die mir in regelmäßigen Abständen dasselbe Auto zu jeweils höheren Preisen anboten, zickig am Telefon wurden oder sich gar nicht mehr meldeten, inklusive. Ich habe eine Lösung gefunden, bisher fährt sie sich ganz gut …

Die Katze der Nachbarn hat es geschafft! Zumindest bevor Toki bei uns war, besuchte sie mich einmal auf dem Fensterbrett meines Büros und einmal auf dem Garagendach. Seit Oktober knurrt sie nur noch durch die Scheibe… 

Ich bin geschafft! So langsam geht auch mir die Luft aus. Ich bin müde, möchte wieder raus in die Welt. Ein normales Teenie-Leben für die Kinder. Unbeschwert Sport machen können – auch indoor…


Was 2022 auf mich (und Euch) wartet.

  • Ein richtig toller Coaching-Raum – Das Konzept steht schon. Ockergelb wird die dominierende Farbe. Es sind nur noch wenige Schritte bis zur Umsetzung – ich freue mich drauf!
  • Mein erster Halbmarathon in rauschender Menge – Aber dieses Mal wirklich, obwohl ich wieder fast von Null starten muss. Wer macht mit?
  • Ein Resilienzkurs für hochbegabte Jugendliche – Das Grundgerüst wird ähnlich sein wie bei den Löwenkids. Ein paar Übungen werden verändert/ ergänzt und mehr Zeit für den Austausch untereinander eingebaut. Ich suche noch Tester:innen für den ersten Durchgang im März!
  • Konzentrationstraining ZackZack – Eine neuartige Kombination aus bewährten verhaltenstherapeutischen Konzentrationstrainings mit wissenschaftlich fundierten neuropsychologischen Gehirnjogging-Spielen.
  • Hochsensible Begleitung im C*-Wahnsinn – Einzelcoachings wird es natürlich weiterhin geben. Ganz individuell zu den Themen, die Dir auf dem Herzen brennen. Berufsalltag, Familienwahnsinn, Konzentration, Motivation – wir schauen gemeinsam, was aktuell im Fokus steht.
  • uvm.

4 Gedanken zu „Jahresrückblick 2021

  1. Sandra Liane Braun Antworten

    Liebe Stefanie,
    dein Jahresrückblick war für mich sehr schön zu lesen. Uns verbindet nicht nur unsere Arbeit, sondern auch die Leidenschaft fürs Wandern und Laufen, und: Die Fertigstellung meines Coaching-Raumes zog sich mindestens über ein halbes Jahr hin 😉 Für dich vermutlich nicht lustig, musste ich in diesem Abschnitt wirklich über die Ratschläge lachen, die dir zuteil wurden.

    Schöne Grüße
    Sandra

    • stefanieboldt Autor des BeitragsAntworten

      Danke Dir
      Glücklicherweise kann ich auch gut über solche Dinge schmunzeln. Und man lernt ja trotzdem auch etwas über sich selbst, wenn ein Rat nicht passt

  2. Mona Münchsmeier Antworten

    Liebe Steffi,

    vielen Dank für diesen wunderbaren Jahresrückblick und die tollen Fotos.
    Ich bin stolz auf dich, was du im letzten Jahr geschafft hast und dankbar dafür, ein Stückchen des Weges mit dir gegangen zu sein und noch weiter zu gehen.

    Dein Mut hat sich gelohnt, mach weiter so!

    • stefanieboldt Autor des BeitragsAntworten

      Danke liebe Mona – ja, ich hoffe, wir gehen noch einen ganzen Stück des Weges miteinander!

      Ab und zu ist ein liebevoller Schubs von Dir ganz hilfreich 😉

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